AUTOR: Pedro Kraft

Als man mich vor einiger Zeit auf die Telegram-Gruppe „Eine Hand hilft der anderen” aufmerksam machte, spürte ich schon nach kurzem Durchblättern schnell, dass hier Enthusiasmus und Altruismus zusammenwirken. Ich wollte wissen, wer diese Frau ist, die so viel Zeit und Mühe investiert, um anderen zu helfen.

Also sprach ich mit Sanjana Arnold über soziale Netzwerke, helfende Hände, Gott und unterschiedliche Welten.

Wer ist Sanjana? Und was hat dich dazu bewegt, so viel Zeit und Energie in die Arbeit mit deinen Telegram-Gruppen zu geben? Ist es Teil deines Aufwach-Prozesses oder schon das Endresultat?

Sanjana ist mein spiritueller Name, den ich vor 10 Jahren von Paramahamsa Sri Swami Vishwananda bekommen habe. Ich bin ursprünglich Schweizerin, wohne seit 4 Jahren in Deutschland und fühle mich hier, unweit vom Hindu Tempel Bhakti Marga, sehr wohl. Ich bin zwar sehr gerne allein, aber immer bereit, in das Miteinander zu gehen. Mit dem Hinduismus verbindet mich die Liebe zur Musik, den Klängen, den Bhajans und Mantras. Als Kind hat mir meine Großmutter, die sehr weise und gläubig war, beigebracht: „Mädchen, was dich stört im Außen, mach es besser!”

Ich weiß nicht ob ich es besser mache, aber ich versuche auf jeden Fall, es dann anders zu tun. Ganz ehrlich, ich hatte vor ein paar Monaten genug! Ich konnte mir die Hetze und das Gegeneinander in den sozialen Netzwerken nicht mehr ansehen. Viele reden davon, wir sollen uns verbinden und zusammenarbeiten, aber ich hatte das Gefühl, die wenigsten tun es wirklich. Und dann habe ich mir gesagt, ich versuche etwas anderes. In meinen Telegram-Gruppen reichen wir uns die Hände – und wer sie loslässt, lässt sie los, wir akzeptieren das. Wir versuchen immer, in das Miteinander zu gehen. In Kanälen wie „40 Tage fasten” (Aktion Fastenzeit mal anders: 40 Tage nicht jammern, meckern oder kritisieren), woran du ja auch teilnimmst, entsteht so eine liebevolle und respektvolle Atmosphäre, einfach wunderschön. Und ich kann einfach nicht mehr zusehen, wie wir uns selbst kaputt machen.

Es gibt so viel, wo man helfen kann; sei es jemandem zuhören, mit einer alten Frau spazieren gehen, jemandem im Garten helfen… Egal wie, jeder kann helfen! Und das war meine Intention.

Dann siehst du dich als ausgleichende Kraft, die Ungleichgewichte und verschenkte Potenziale aufspürt und den Menschen hilft, ins Tun zu kommen?

Ja, denn die Hilferufe motivieren die Menschen, sich ihrer Fähigkeiten bewusst zu werden. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wenn wir uns auf uns und unser Miteinander konzentrieren, egal welche Herkunft, Religion, Hautfarbe etc., – dann können sich alle die Hände reichen und untereinander helfen! Das ist der Fokus in der Gruppe „Eine Hand hilft der anderen”.

Ich habe manchmal das Gefühl, es sind einfach zu viele Informationen und Eindrücke, die über soziale Netzwerke, Gruppen und Kanäle auf mich einströmen. Eure 40 Tage Fasten Aktion nutze ich z.B. um auch mal etwas „digital Detox” zu betreiben. Das heißt, ich versuche, mich an bestimmte Zeitfenster zu halten, in denen ich Mails bearbeite und in Telegram schaue. Außerdem habe ich alle Benachrichtigungen abgeschaltet. Wie gehst du mit der heutigen Reizüberflutung um? Und wie viel Zeit verbringst du jeden Tag mit der Betreuung deiner Gruppen? Wer hilft dir?

Seit ich die Gruppe „Eine Hand hilft der Anderen” habe, gehe ich mehr und mehr aus anderen Kanälen heraus, denn ich schaffe es nicht, diese Informationsflut zu bewältigen. Die klassischen Medien (Fernsehen, Radio, Zeitung) nutze ich schon seit einigen Jahren nicht mehr. Lieber folge ich wenigen, ausgewählten Kanälen, in denen nichts kommentiert wird. Die teilweise stark überlaufenen Gruppen, wo im Minutentakt die Nachrichten geteilt werden, sind mir zu viel.

Ich gehe nach meinem inneren Rhythmus. Seit ich meine Gruppen betreibe, hat sich mein Leben verändert. Wenn mir jemand schreibt, dass Hilfe benötigt wird, bin ich da (wenn ich wach bin und es mitbekomme). Das kann auch Sonntagabend um zehn Uhr sein.

Also liegst du schon ein bisschen auf der Lauer, um keine Benachrichtigung zu verpassen?

Nein, ich kann mein Handy auch mal ein paar Stunden ausschalten. Das mache ich intuitiv oder wenn meine volle Aufmerksamkeit für andere Dinge benötigt wird. Wenn ich das Gefühl habe, es ist jetzt einfach zu viel und geht mir auf den Keks, kann ich mich auf inzwischen über 20 Administratoren verlassen, die unsere ganzen Unter- und Regionalgruppen betreuen und die sich wiederum in einer eigenen Admin-Gruppe austauschen und gegenseitig helfen.

Das vollständige Interview lesen Sie im WALNUSSblatt, 2. Ausgabe
Den Telegram-Kanal „Eine Hand hilft der anderen” finden Sie unter: https://t.me/eine_hand_hilft_der_anderen