AUTORIN: Li Shalima

Wie wir lernen können, unsere echten authentischen Bedürfnisse klar von unseren Strategien zu ihrer Erfüllung zu unterscheiden – das beschreibt Li Shalima

Was verbirgt sich hinter dieser neuen Übungsmethode?

In erster Linie geht es darum, unsere echten authentischen Bedürfnisse klar von unseren Strategien zu ihrer Erfüllung zu unterscheiden. Denn wir unterscheiden in unserer Alltagssprache nicht zwischen Bedürfnissen und Wünschen. Wenn wir sagen „alle Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse“, dann meinen wir die Strategien zu ihrer Erfüllung. Und wenn wir streiten, dann geht es immer um individuelle Werte, aber nicht um Bedürfnisse. Die Strategien sind das, was uns voneinander unterscheidet und auch einzigartig macht. Das aber, was uns miteinander verbindet, das sind die Bedürfnisse. Und sie verbinden uns auch mit dem Rest der Welt, nämlich auch mit den Tieren und zum Teil sogar mit den Pflanzen, eben mit allem, was lebt. Sie sind das, was uns überhaupt antreibt, irgendetwas zu tun oder eben auch nicht zu tun.

Moshé Feldenkrais hat gesagt: „Wenn ich weiß, was ich tue, kann ich tun, was ich will.“ Ich möchte dem hinzufügen: „Und wenn ich dann noch weiß, warum ich etwas tue, dann kann ich mehr Dinge zu tun, die mir selbst und anderen gut tun.“

In den Gesprächskreisen rund um die Bedürfnisplatte lernen wir nicht nur die Vokabeln für eine wertschätzende Sprache, wir lernen vor allem etwas über unsere eigenen Strategien. Denn es geht immer auch um die Frage, ob diese wirklich hilfreich sind. Es geht um die Erkenntnis, ob sich mit dem, was wir tun, unsere Bedürfnisse tatsächlich gut erfüllen und zu welchem Preis.
Im Idealfall lernen wir, uns die gesamte „Platte“ ausgewogen zu erfüllen.
Denn wenn es tatsächlich so ist, dass es ohne den ersten Frieden, also ohne die innere Gelassenheit und Souveränität eines jeden Einzelnen, keinen echten Frieden in Gemeinschaften (den zweiten Frieden) und folgerichtig dann auch keinen zwischen Staaten (den dritten Frieden) geben kann, dann ist das wohl die erste wichtigste Grundlage für Weltfrieden.

Vor allem in der Kindheit haben viele von uns Strategien entwickelt, um in dysfunktionalen Systemen und Notzeiten zu überleben, die dann im Erwachsenenalter eher verhindern, dass wir wirklich in Zufriedenheit und Harmonie mit uns selbst und anderen leben.

Der vollständige Artikel ist im aktuellen WALNUSSblatt (Mai 2021) zu lesen!