AUTOR: Pedro Kraft
Co-AUTORIN: Wortfinderin Eva

Taschenherz, Gedankengarten und Laubgesäusel…?

„Sprache stärkt die Identität eines Volkes – so sollte es zumindest sein: Von Generation zu Generation werden Sprüche, Lieder, Sagen, Märchen und Erzählungen überliefert, die ein Volk untrennbar mit seiner Heimat und seinen Wurzeln verbinden. Es sind zudem besondere Wörter, die unsere Urgroßeltern noch kannten und durch die sich die Seelen der Deutschen auf Herzensebene miteinander verbinden konnten.“

Mit diesen einführenden Worten schickt sich ein Projekt an, der deutschen Seele ihre verlorengegangenen Wörter zurückzubringen.
Seinerzeit forderte Winston Churchill „die schonungslose Zerstörung deutschen Lebens und der deutschen Kultur”, und leider hatte er zahlreiche Fürsprecher. Mit den Auswirkungen beschäftigen sich immer mehr Historiker in erfreulicher Offenheit, und vieles deutet darauf hin, dass hunderte oder gar tausende deutsche Wörter nicht bloß „verloren” gegangen sind, sondern bewusst beseitigt wurden. Sprachwissenschaftler reden gerne davon, dass Sprache sich „weiterentwickelt”. Höre ich mich draußen um, stelle ich aber leider oft das Gegenteil fest. Die Jugend gebraucht Ausdrücke wie „Alter“, „Digger“, „Schwör“ und „Wallah“, die Erwachsenen plappern antrainierte Fachausdrücke wie „Inzidenz”, „Booster” und „Sale” (was vor nicht allzu langer Zeit noch „Winter- oder Sommerschlussverkauf“ hieß) nach.