AUTORIN: Henriette Kordasch

Begonnen hat alles mit dem „Tag des Schenkens“ am Rande eines Fahrradweges in Zell am See. Dort veranstalteten wir an 2 Sonntagen im Sommer 2015 eine Art Flohmarkt, bei dem wir aber das Geld wegließen. 

Nun ergab es sich, dass uns ein Haus mietfrei zur Verfügung gestellt wurde, das wir mit einem sinnvollen gemeinnützigen Projekt beleben durften. So entstand der ORT DES SCHENKENS: der „Tag des Schenkens“ siedelte auf einen fixen Standort in Saalfelden über.  Wir hatten keinen Vertrag, nur eine mündliche Vereinbarung. 

Dorthin konnte jeder gut erhaltene Sachen von zu Hause bringen, die er nicht mehr brauchte. Alle, die etwas Brauchbares dort gefunden haben, durften es mit nach Hause nehmen. 

Es hatte sich eine richtige Ort-des-Schenkens-Gemeinschaft gebildet. Menschen, die kamen, boten ihre Hilfe an. Im „Ort des Schenkens“ gab es sogar eine Bibliothekarin! Gemeinsam mit ihrer Freundin sortierte sie Buch für Buch und brachte sie in eine Ordnung, über die man nur staunen konnte. Sie kannte jedes Buch und hat für jeden Besucher das richtige gefunden. Als der Eigentümer sein Haus nach einem Jahr wieder selbst nutzen wollte, zog der Ort des Schenkens aus. Ein Mann aus der Gemeinschaft wollte in der Stadt ein anderes Lokal für uns finden, und tatsächlich zog der „Ort des Schenkens“ wenig später mitten in die Stadt Saalfelden in ein leerstehendes, 200m² großes Geschäftslokal an der Fußgängerzone. 

Auch in diesem Raum konnte der „Ort des Schenkens“ wieder für ein Jahr bleiben. Mietfrei und ohne schriftlichen Vertrag, im gegenseitigen Vertrauen auf die gemeinsame gute Sache.

Seither befindet sich der Ort des Schenkens in einem großen Raum am Rande der Stadt, mietfrei von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. 

Der Ort des Schenkens nimmt alles an, was die Menschen bringen. Kleidung, Spielsachen, Geschirr, Werkzeug, Schuhe, Vorhänge, Schmuck, Kunstgegenstände, Pflanzen, Bücher,… 

Jeder, ob arm oder reich, ob Altwarenhändler oder Flüchtling, darf sich bedienen. Jeder entscheidet für seine Handlungen selbst. Würden Unterschiede zwischen Menschen gemacht , landeten wir bald wieder in denselben Missständen, die wir jetzt schon haben: Jeder müsste nachweisen, ob er würdig ist, Almosen zu bekommen (Sozialamt). Das gibt es hier nicht. Jeder ist würdig. Wir haben auch festgestellt: Gier verschwindet, wenn alles in Fülle und kostenlos zu haben ist. 

Der vollständige Artikel ist im aktuellen WALNUSSblatt (Mai 2021) zu lesen!