AUTOREN: Reiner Klug, Pedro Kraft

Welche Auswirkungen auf den Alltag hätte ein längerer Stromausfall – und wie kann ich mich so vorbereiten, dass es mich nicht schrecken kann? Tipps und Tricks aus der eigenen, praktischen Erfahrung.

Auch wenn du dich für diese kleinen minimalistischen Häuschen nicht begeistern kannst, können wir an diesem Beispiel sehr gut erklären, welche Bedeutung Autarkie, vor allem im Bezug auf das Wohnen, haben kann. Also lass dich einfach davon inspirieren – bestimmt kannst du das eine oder andere jetzt schon in deinen Alltag integrieren. Und wer weiß, vielleicht wird genau das dein erster großer Schritt in die echte, gelebte Souveränität.

Eines der wesentlichen Merkmale einer autarken Lebensweise ist, dass man keine Leitungen ins Haus, und auch keine vom Haus weg benötigt. Man trägt weiterhin Dinge in sein Haus hinein, verabschiedet sich jedoch von vermeintlich essentiellen Abhängigkeiten. Der Staat kann die Lieferung von Strom, Gas, Wasser und auch Lebensmitteln „regulieren” und mit seinen politischen Maßnahmen im schlimmsten Fall bewirken, dass diese Lieferketten behindert oder gar abgeschnitten werden. Oder man sie an Bedingungen knüpft, die du nicht erfüllen kannst oder willst.
Autarkie ist ein sehr individuelles Thema und bedeutet aus meiner Sicht einen Grad an Minimalismus und Verzicht, der das Leben im Tiny-House besonders kennzeichnet. Alle Annehmlichkeiten und Güter jederzeit zur Verfügung zu haben, kann auch ein Merkmal von Autarkie sein – ist aber eher denen vorbehalten, die über entsprechende finanzielle Mittel verfügen. Um hier einen Mittelweg aufzuzeigen, beleuchten wir das Leben im Tiny House etwas näher.

Strom
Das Zauberwort heißt „Photovoltaik”. Die Solarzellen speisen einen Blei-oder Lithium-Eisenphosphat-Akku (auch als „LiFe-Akku” bekannt). Von dort aus wird der Strom ins Hausnetz gespeist. Von den gewohnten 230 Volt Wechselstrom hat der Tiny-House Bewohner sich möglicherweise verabschiedet und nutzt nun 12 Volt (oder auch 24 oder 36 Volt) Gleichstrom, der in den Akkus gespeichert ist. Mithilfe eines Wandlers kann daraus auch 230 Volt Wechselstrom erzeugt werden, wobei es natürlich engere Grenzen gibt, was die abrufbare Leistung angeht. Auch wenn die Akkus zwischen April und Oktober in der Regel stets ausreichend geladen sind, ist der Betrieb einer Waschmaschine eher unrealistisch. Aber wir schauen schließlich über den Tellerrand.

Wasser
Das Wasser zum Duschen, Putzen und Geschirrspülen (per Hand) kommt aus einem Brauchwassertank. Es wird nach Gebrauch in eine Pflanzenkläranlage, z.B. auf dem begrünten Dach, gepumpt und läuft, so aufbereitet, in den Brauchwassertank zurück.
Das Wasser das du trinkst, sollte möglichst hochwertig sein, damit es dir gut tut. Ca. einmal im Monat bedienst du dich hierfür aus einer Quelle in deiner Umgebung. Unser Leitungswasser ist leider meist nicht von besonders hoher Qualitätdenn es hat auf seinem langen Weg in dein Haus oft nicht mehr die ursprüngliche Energie und nimmt zudem Schadstoffe auf, die dein Körper dann wieder abbauen muss.

Lebensmittel
Gesundes Essen kommt überwiegend aus dem eigenen Garten. Schließe dich einer Einkaufs-Kooperative an und gehe lieber öfter in den Bioladen als in den Supermarkt. Besonders auch regionale Hofläden, die Lebensmittel aus eigener Produktion anbieten, freuen sich über Kundschaft aus der direkten Umgebung. Bei kleinen Anbietern fehlen übrigens oft die bekannten Bio-und sonstigen Gütesiegel. Das muss nicht bedeuten, dass diese Produkte eine schlechte Qualität haben.

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